DEUTSCH ALS ZWEITSPRACHE (DAZ)

Das Fach Deutsch als Zweitsprache (DaZ) richtet sich an alle Lernenden zugewanderter Familien, für die eine zusätzliche
sprachliche Förderung und Unterstützung sinnvoll ist. Von dem Erwerb einer Zweitsprache spricht man, wenn das zu erlernende Deutsch nicht als Fremdsprache, sondern in einem deutschsprachigen Land selbst erworben wird und
hier schon zum alltäglichen Gebrauch und zur Orientierung notwendig ist.

Um eine erfolgreiche Integration für Schülerinnen und Schüler nicht-deutschsprachiger Herkunftsländer zu gewährleisten, werden die lernenden Kinder u. Jugendlichen
an der Hermann-Hesse-Schule bei ihrem Spracherwerb in unterrichtsbegleitenden Kursenfür Deutsch als Zweitsprache fortlaufend unterstützt, indem - nach ein- bis zweijährigem Besuch einer Intensivklasse - nunmehr die Integration in einem regulären Klassenverband mit zusätzlicher Sprachförderung für die Lernenden erfolgt. Um dem Gefühl der Isolation in dieser Lernphase entgegenzuwirken, können in den DaZ-Kursen bisweilen auch eigene Erfahrungen miteinander geteilt, persönliche Probleme besprochen und Konflikte behoben werden. Außerdem wird in dieser Zeit zur Verbesserung der Rahmenbedingungen dem Unterricht in Sport und Kunst eine besondere Rolle zugewiesen, da die Zweitsprachenschüler sich hier im sozialen Gefüge der Klasse mit deutschsprachigen Schülerinnen u. Schülern einfinden und dabei die neu erlernte Sprache anwenden.
Für alle Kinder und Jugendlichen, die erst kurzfristig am Regelunterricht der Klassen teilnehmen, findet außerdem - soweit es ihre Deutschkenntnisse zulassen - eine angemessene Benotung zur Orientierung und Transparenz entsprechend ihres Leistungsstandes statt.

Wie auch in allen anderen Fächern kommt der Lernbereitschaft der Kinder und Jugendlichen als
Voraussetzung für den Erfolg eine besondere Rolle zu. Daher findet der Zweitsprachenunterricht nachmittags in kleinen Lerngruppen statt, die eine zielgerichtete individuelle
Förderung und höhere Motivation ermöglichen. Ergänzt wird diese Lernsituation durch altersgruppenspezifische moderne Lehrwerke und individuell zusammengestelltes Material. Anhand themengebundener Inhalte können in diesen kleinen Lerneinheiten auch Sprachbarrieren gelöst und Lücken geschlossen werden. Innerhalb dieser Vernetzung werden der Wortschatz erweitert, Grammatik und Satzbauprobleme behoben, dem Problem der Fossilierung begegnet und das auditive Verständnis (Hörverstehen) gefördert. Eine Wiederholung des Gelernten findet sodann nicht mehr immanent, sondern gebunden in der alltäglichen Anwendung statt.

Zukünftig sollen zur Steigerung der Schülermotivation neben den Spracherwerbskenntnissen zum Alltagsgebrauch auch Unterrichtsinhalte aus dem Regelfach Deutsch weiter eingebunden werden, um eine Entlastung und zusätzliche Förderung für die Lernenden im Prozess der Integration zu erreichen.

C. Küchemann (Studienrätin)